2026 Juni Nordhausen
06.06.2026 Klostermansfeld nach Roßla
Samstag, früh am Morgen, breche ich mit der DB auf Richtung Harz. Zum ersten Mal mit Rad. Erstaunlicherweise geht alles glatt, sodass ich um 09:30 Uhr vom Bahnhof Klostermansfeld meine erste Tour starten kann.
Bereit zur Abfahrt
Mein Maskottchen durfte natürlich nicht fehlen. Gestatten „Knubbel“.
Dann geht es auch schon los, bei bestem Wetter. Zuerst noch über Asphalt, wenn auch teilweise zugewachsen, danach auf schottrigen Wirtschafts- oder Forstwegen. Meist sehr grober Schotter, was sehr anstrengend ist.
Vorab muss ich noch gestehen, dass es das erste Mal für mich ist, mit einem E-Bike, in bergiges Gelände zu fahren. Der Mangel an Erfahrung sollte sich zum Ende des Tages, noch deutlich rächen.
Was schon jetzt zu sehen ist, der Akku des Fahrrades, entleert sich sehr rasch, aufgrund der vielen, teils sehr starken Anstiege. Der Untergrund tut sein übriges. Durch die Regenfälle der letzten Tag, wurden einige Wege auch stark aufgeweicht und matschig.
Trotzdem bleibt das Ziel Stempel einzusammeln und auch das ein oder ander Foto und schiessen.
So langsam wurde das Akkukapazität problematisch. Mit Steigungen bis 112 %, war auch nicht immer Stromsparen möglich. Auch sind diese Steigungen, trotz elektrischer Vollunterstützung, körperlich sehr anstrengend und rauben die Kräfte. Deshalb hatte ich die Idee, meine Tour noch anzupassen und kürzere Wege zu finden. Teilweise musste ich wegen der starken Anstiege und aufgeweichten Wege, das Fahrrad schieben, mit der Schiebehilfe des E-Bikes. Das die von mir angepassten Wege leider nicht Fahrradtauglich waren, zeigte sich erst, wenn ich nicht mehr umkehren konnte.
Es wurde ein sehr zäher Kampf. Das brachte mich auch körperliche Grenzen. Mit 3% Akku und der geringsten Unterstützung, schaffte ich es zur Tankstelle um erstmal den Matsch abzuspülen und dann ab zum Bahnhof und in die Unterkunft gefahren. Erholung war angesagt.
07.06.2026 Walkenried zum Stöberhai und zurück nach Walkenried
Die heutige Tour musste ich anpassen, weil die DB ab Walkenried angefangen hat, an den Gleisen zu arbeiten. Deshalb starte ich nach kurzer Zugfahrt, von Walkenried aus. Heute liess ich mich nicht Experimenten hinreissen. Trotzdem achtete ich stark auf den Akku.
Das Wetter war anfangs noch gut, aber der Wind nahm zu und später setzte immer wieder Regen ein. Mal Niesel aber auch mal etwas mehr. Häufiger Kleidungswechsel gehörte heute auch dazu.
Der Start war noch sonnig, aber es ging sofort steil hinauf. Es gab einige tolle Aussichten.
Die Steigungen gingen kräftig in die Beine und ich musste trotz elektrischer Unterstützung. Heute gab es Steigungen bis zu 17%. Vorallem waren die Anstiege zahlreich und recht lang. Das habe ich nicht lange durchgehalten und musste immer wieder mal schieben, um auch den Akku zu schonen.
Nun schlug das Wetter auch noch das Wetter um und es wurde etwas nass. Dafür war ich gut gerüstet.
Auf die Steigungen, folgten ebensolch steile Abstiege. Auf dem groben Schotter wurde man ordentlich durchgeschüttelt und die Bremsen leisteten Schwerstarbeit.
Einige Stempel waren etwas abseits des Wege zu finden. Um Strom sparen, habe ich diese Wege zu Fuss erledigt und mein Fahrrad zurückgelassen.
Da findet man auch schonmal ein kleine Schlange auf dem Weg.
Das Wetter besserte sich etwas und so konnte ich noch einige Fotos machen. Der letzte Anstieg, zwang mich nochmals vom Rad.
Mit letzter Akkupower komme ich wieder in Walkenried am Bahnhof an. Leider ist der DB ein Stellwerk kaputt gegangen, so dass kein Zug mehr bis zum Bahnhof kommt und erst ab dem nächsten Ort wieder einsetzt. Laut einiger wartender Fahrgäste, ist dieser Zustand schon 3h so. In der App der DB steht, dass es einen Schienenersatzverkehr gibt. Leider stimmte das nicht. Erst nach einer weiteren Stunde kam ein Bus, welcher uns zum nächsten Bahnhof brachte und dann wieder ab nach Hause.
08.06.2026 Teil 1 Berga-Stolberg-Berga
Aus den Fehlern der vorherigen Etappen hab ich gelernt und die Touren angepasst. Verkürzt und nur die notwendigen Stempelpunkte eingeplant.
Mit der Bahn ging es zuerst nach Berga Kelbra. Vom Bahnhof führte der Weg heute nur über asphaltierte oder gepflasterte Strassen und Wege. Sehr angenehm zu fahren. Bei herrlichem Sonnenschein, kam ich an der Heimkehle an, wo ich mein getreues Rad, für einen kurzen Aufstieg zum Stempelkasten, stehen ließ. Durch schönen Laubwald und viele, viele Treppen, führte der Weg zum Stempel.
Ein kleiner Abschnitt, vermittelte echtes Bergwander-Gefühl!😉 Ein schmaler Pfad am Hang.
Aber schnell erledigt und weiter gehts, Richtung Rodishain zur Wolfsmühle. Da warte der nächste Stempel. Teilweise muss man auf eine mäßig befahrene Kreisstrasse fahren. Das muss man mögen. Aber der größere Teil der Strecke waren Radwege oder Nebenstrassen.
Als ich auch diesen Stempel eingesackt hatte, war die Lutherbuche in Stolberg mein nächstes Ziel. Dazu musste ich nochmals die Kreisstrasse nutzen, für ein paar Kilometer.
Stolberg ist eine schöne, von Fachwerkhäusern geprägte Stadt. Sehr gut gepflegt. Auch hier hieß es, zu Fuss, wieder über Treppen aufzusteigen. Das es sich gelohnt hat, zeigen die Bilder. Wunderschöne Aussicht.
Ob Luthers Aussage, auf der Tafel zutrifft, kann jeder für sich selbst überprüfen, anhand des Fotos von diesem Aussichtspunkts.
Aber auch hier galt es nicht zu lange zu verweilen, deshalb ging es gleich wieder abwärts. Direkt zum Bahnhof, um mit dem Zug weiter nach Sangerhausen zu fahren, wo ein einzelner Stempel an der Bergruine Grillenburg noch auf mich wartete.
08.06.2026 Teil 2 Sangerhausen-Grillenburg-Sangerhausen
Nach dem Ausstieg, am Bahnhof Sangerhausen, führt der Weg erst über die Strasse und dann über einen parallelen Radweg. Sehr schön zu fahren. Wenig Steigung, was den Akku nicht belastet. Das war heute eigentlich nie ein Thema. Am Ziel hatte ich noch mehr als 50% Ladung übrig.
Der Weg war nicht weiter spektakulär. Deshalb nur abstempeln und zurück zum Bahnhof.
Dann wieder zuhause entspannen und schauen wie das Wetter wird morgen.
09.06.2026 Teil 1 Walkenried-Wendeleiche-Woffleben
Der heutige Tag ist auch wieder geteilt. Zuerst fahre ich, schon 06:13 Uhr, mit der Bahn nach Walkenried. Das Wetter ist stark bewölkt, aber trocken nach der regnerischen Nacht. Ein kleiner Abstecher in der Umgebung von Walkenried, führt mich in so dichten Wald, dass sogar jetzt noch der Lichtkegel meines Scheinwerfers, deutlich auf dem Boden zu sehen ist.
Der erste Stempel des Tages ist der Hexentanzplatz am Himmelreichrücken. Der Weg ist sehr gut und man hat einen schönen Ausblick nach Ellrich.
Nach dem Abstempeln, ging der Weg zurück nach Walkenried, vorbei an den Ruinen es alten Klosters. Beeindruckende Größe.
Weiter gehts über eine sehr schönen Radweg. Hinein in den Wald zum nächsten Stempelpunkt, Stiefmutterhütte. Ein Blick in ein kleines Tal öffnet sich zur Hundertmorgenwiese. Doch nun taten sich Probleme auf, denn der geplante Weg war völlig zugewachsen.
Ich improvisiere und lasse das Fahrrad stehen und gehe zu Fuss hinauf zum Stempelpunkt Wendeleiche. Ein steiler Anstieg, der ordentlich in die Beine geht.
Puh… geschafft. Da mein Plan war, von diesem Punkt mit dem Fahrrad weiter zu kommen, musste ich mir in meiner Navigation einen neuen Weg suchen zu meinem nächsten Ziel. Das hieß, wieder zurückfahren und dann einmal abbiegen. Dabei treffe ich auf einen alten Kolonnenweg der ehemaligen Grenztruppen der DDR. Darauf fährt es sich nicht so besonders. Es gibt so starke, kurze Anstiege, dass ich wieder mal schieben musste. Als ich dann an der Wegspinne ankomme, muss mein getreues Rad ein weiteres Mal gesichert zurück gelassen werden und ich zu Fuss weiter. Ich glaube ich hätte es auch einfach so stehen lassen können. Keine Menschenseele weit und breit. Auch hier geht es steil bergan. Die Aussicht entschädigt etwas.
Nach der Rückkehr zu meinem Rad, geht es überwiegend nur noch bergab. Die Bremsen leisten sehr gute Arbeit. Der letzte Stempel ist an der alten Steinmühle zu finden. Der Weg ist sehr gut und so fliegt die Landschaft förmlich vorbei.
Nun wieder zur Bahn um nach Niedersachswerfen zu fahren, um den 2. Teil des Tages zu starten.
09.06.2026 Teil 2 Niedersachswerfen-Dreiherrenstein-Glockensteine-Nordhausen
Zuerst führt mein Plan mich nach Neustadt im Harz, wo ich unbedingt noch etwas Energie tanken muss, Fahrrad und auch ich. Während der Akku lädt gönne ich mir einen Imbiss. Der Ort ist klein, aber schön und sehr fahrradfreundlich.
Der Weg führt nun zum Dreiherrenstein stetig bergan, auf Asphalt und sehr gut befestigten Forstwegen, vorbei an der Talsperre Neustadt.
Auch diesen Stempel eingesackt und nun auf zum letzten Zielpunkt. Fast nur noch bergab führt der Weg. Teils etwas felsig, grob schottrig, schlammige Wege und dann wieder über wenig befahrene Kreisstrassen. Die Glockensteine, stellen den letzten Stempel dar, welcher mir noch fehlt, um das Heft zu komplettieren. Geschafft!
Nun geht es nur noch bergab. Der Weg bis Nordhausen scheint wenig befahren und ist gut zugewachsen. Aber das ist keine Hürde mehr. So beende ich den heutigen Tag mit insgesamt 90 km und sogar Sonnenschein am Ende des Tages.